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Riesenerfolg! Armutsbericht beseitigt Kinderarmut PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 10. Juli 2008 um 12:15 Uhr

[...] Es wundert nur, warum bisher weder die Regierung noch die Medien die gewaltigen Erfolge im Kampf gegen die Kinderarmut angemessen herausgestellt haben, die die Armuts"wissenschaft" im neuen Armutsbericht festgestellt hat. Lesen Sie den gesamten Text.


Seit dem neuen Armutsbericht der Bundesregierung sind Kinder unter 14 dann von Armut gefährdet, wenn sie die Schwelle von 234€ mtl. unterschreiten. Kinder unter 14 in Familien mit Hartz IV hatten aber 2005 (dem Jahr, auf das sich die neue Armutsschwelle bezieht) mindestens einen Regelsatz von 207€ . Dazu kommt die anteilige Warmmiete. Daraus folgt, dass Kinder im Hartz IV-Bezug nicht arm sein können, wenn sie unter 14 sind. Sie sind sogar nicht einmal von Armut gefährdet.
Kinder zwischen 14 und 17 gelten als armutsgefährdet, wenn sie ein Einkommen von 390€ unterschreiten. Bei einem Regelsatz von damals 276€ plus einer anteiligen Warmmiete unter 114€ war das immer der Fall.
Die Bundesregierung hat in aller Stille, ohne dass es bisher bemerkt worden wäre, etwa 1,8 Mio. Kinder unter 14, die in Hartz IV-Familien leben, aus der Armutsfalle befreit.
Dieser großartige Sieg über die Kinderarmut war mit Hilfe der EU und der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung - eine Einrichtung von 30 mächtigen Industriestaaten) möglich. Als armutsgefährdet gilt, wer als Alleinstehender 60% des mittleren Einkommens (Median) unterschreitet. Nach den EU-Definitionen liegt diese Schwelle 2005 bei 781€. Vorher lag sie nach den Werten der in Deutschland erhobenen Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) für das Jahr 2003 bei 938€ in Deutschland (Westdeutschland: 974€; Ostdeutschland: 801€).
Nach der neuen OECD-Skala beginnt die Armutsgefährdung, wenn das Einkommen eines Kindes unter 14 die Summe von 30% der Armutsgefährungsschwelle unterschreitet, also von 234€. Kinder ab 14 und Erwachsene sind armutsgefährdet, wenn sie weniger als 50% haben, also 390€. Nach der alten OECD-Skala wären diese Werte für Kinder unter 14 50% des Medians oder 390€ gewesen, für Personen über 14 sogar 547€ (oder 70% des Medians). Die Bundesregierung hat also die Armut der Kinder unter 14 mit internationaler Hilfe beseitigt.
Da es keine Kinderarmut unter 14 gibt, muss sie nach Auffassung der Bundesregierung auch nicht bekämpft werden.
Es wundert also nicht, dass SPD und CDU/CSU sich bisher standhaft weigern, die Kürzungen der Regelsätze ab dem Schulalter zurückzunehmen. Im Gegenteil: Ihr gemeinsam verabschiedeter Armutsbericht würde es rechtfertigen, zumindest den Regelsatz von unter 14-Jährigen sogar um mindestens 25% zu senken (234€ minus durchschnittliche Warmmiete für Kinder laut Existenzminimumsbericht von 81€ ergeben einen Regelsatz von 153€).  Erst dann wäre die Grenze erreicht, ab der Kinder von Armut gefährdet sind. Die wirkliche Armut beginnt also noch unterhalb der Grenze eines Regelsatzes von 153€.
Es wundert nur, warum bisher weder die Regierung noch die Medien die gewaltigen Erfolge im Kampf gegen die Kinderarmut angemessen herausgestellt haben, die die Armuts"wissenschaft" im neuen Armutsbericht festgestellt hat.

 

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