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Kinderarmut durch Hartz IV: Bundesregierung entzieht Kindern für zwei Tage das Essen |
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Montag, 25. August 2008 um 15:33 |
Nach den neuesten Angaben der Bundesbank sind die Preise für Nahrungsmittel von Juli 2007 bis Juli 2008 um 8% gestiegen. Kinder unter 14 im Hartz IV-Bezug hatten Juli 2007 pro Tag 2,28€ für Ernährung, ab Juli 2008 sind es 2,31€. Um den Stand von Juli 2007 zu halten, würden sie 2,46€ pro Tag benötigen. Kindern unter 14 ist innerhalb eines Jahres das Essen für zwei Tage im Monat entzogen worden. Das trifft insbesondere Schulkinder aus Armutsfamilien. Denn ihr Regelsatz wurde ab 2005 auf das Niveau von Säuglingen gekürzt, obwohl ihr Energiebedarf pro Tag doppelt so hoch ist.
Schulkinder von 7 bis 13 hätten im Juli 2008 pro Tag 5,17€ gebraucht, um sich gesund zu ernähren. Schulkinder unter 14 haben einen Energiebedarf von 2.045 kcal pro Tag. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund hatte für Mai 2007 pro 1.000 kcal gesunde Ernährung einen Bedarf von 2,16€ festgestellt.Berücksichtigt man die Preissteigerungen bis Juli 2008 und dass man Lebensmittel mit einem Energiewert von mindestens 1.080 kcal kaufen muss, um 1.000 kcal zu sich nehmen zu können, brauchen Schulkinder unter 14 pro Tag 5,17€. Sie bekommen also eh nur die Hälfte von dem, was sie brauchen. Statt Phrasen darüber zu dreschen, dass ihnen jedes Kind gleich viel wert sei, müssen SPD und CDU wenigstens sofort zurücknehmen, dass sie ab 2005 Kindern von 7 bis 17 in erheblichem Umfang Mittel für Essen und Trinken entzogen haben, indem sie ihre Regelsätze kürzten. Die Explosion der Preise für Nahrungsmittel seither macht das noch dringender. Das Bündnis gegen Kinderarmut durch Hartz IV fordert deswegen 253€ statt 211€ für Kinder von 7 bis 13 und wieder 316€ statt der heutigen 281€ für Kinder von 14 bis 17, macht aber auch deutlich, dass auch Erwachsenen Geld für Essen und Trinken entzogen wird und insgesamt mit Hartz IV nur Mangelernährung möglich sei.
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Nicht zu vergessen sind die Spätfolgen der Mangelernährung die früher oder später medizinisch behandelt werden müssen.
Es ist vollkommen egal ob die Folgen der physischen oder die der psychischen Mangelerscheinungen behandelt werden müssen, eine Goldgrube sind sie für die entsprechenden Behandler allemal! Dann sind da noch die Eltern, auf die ja von allen Seiten eingeprügelt wird. Wie können Eltern, die von Arbeitgebern in sog. Qualifizierungsmaßnahmen häufig ausgebeutet und noch dazu unter dem Deckmantel des Gesetzes in den ARGEN gedemütigt werden, ihren Kindern eine Stütze sein und sie zu selbstbewussten, starken Menschen erziehen? Und wir alle wissen dass eine entmutigte aber vor allem entkräftete Unterschicht leicht in Schach zu halten ist...
Vor allem wenn dieser Unterschicht systematisch Bildung vorenthalten wird damit die Eliten unter sich bleiben können, ganz so wie zu Kaisers Zeiten. Wie gesagt das Ganze würde ich natürlich nur behaupten, wenn ich nicht mehr an das Gute im Menschen glauben täte ;-)