|
Von der Leyen: Kürzungen bei Armutsfamilien = Fördern |
|
|
|
|
Freitag, 31. Oktober 2008 um 09:19 |
Die Ministerin für bürgerliche Familien, Frau von der Leyen, hält die Senkung der Bezugsdauer des Elterngelds für erwerbslose Frauen von 24 auf 12 Monate für eine "Verbesserung", weil die Erwerbsbeteiligung der Frauen ab dem 2. Lebensjahr gestiegen sei. Die Halbierung des Bezugszeitraums sei "ein deutliches Signal, dass Eltern nach dem ersten Jahr den Unterhalt der Kinder selbst bestreiten sollen", sagte sie. (FAZ 30.10.2008)
Außer der Senkung des Elterngelds für Hartz IV-BezieherInnen im Umfang von 3.600€ (12 Monate á 300€) gab es noch ein anderes "deutliches Signal", dass Eltern den Unterhalt der Kinder selbst bestreiten sollen, nämlich die Senkung der Regelsätze der Kinder ab dem Schulalter. Pro Monat und Kind wurden den Familien rd. 40€ entzogen. Der Bedarf von Schulkindern unter 14 wurde sogar auf das Niveau von Säuglingen heruntergekürzt. Damit wurde ihnen sowohl der Schulbedarf als auch der Wachstumsbedarf aberkannt. Zweck war derselbe wie bei der Kürzung des Elterngelds. Mit Hilfe der Kürzung der Mittel bei ihren Kindern sollen vor allem die Mütter noch mehr unter Druck gesetzt werden, Arbeit zu Armutslöhnen aufzunehmen. Die Mütter sollen den Unterhalt der Kinder in Form ihres Wachstums- und Schulbedarfs selbst bestreiten. Dass das der Zweck der Regelsatzkürzungen war, wird bis heute vertuscht. Vielmehr streut man das Gerücht, die Eltern, d.h.vor allem die Mütter, würden das für Kinder zur Verfügung gestellte Geld sowieso für Zigaretten, Alkohol und Flachbildschirme ausgeben, bräuchten es also eigentlich gar nicht. Auch von der Leyen sollte endlich zugeben, dass der Ausbau der Kinderarmut zumindest ab dem Schulalter Mittel zum Zweck war, den Unternehmen billige Arbeitskräfte zuzuführen und das Anspruchsniveau an Löhne zu senken. Allerdings war eher nicht die Kürzung der Mittel, sondern der Aufschwung der Urheber verstärkter Erwerbstätigkeit auch von Langzeiterwerbslosen. Aber Minister müssen sich ja bekanntlich immer Orden anheften. Die sich verstärkende Krise wird zeigen, dass die Erwerbstätigkeit auch von Müttern wieder zurückgeht. Das Bündnis gegen Kinderarmut durch Hartz IV kämpft dagegen, dass die Bundesregierung Kinder als Geisel für Lohnsenkungen benutzt, und fordert, dass die Kürzung der Hartz IV-Regelsätze ab dem Schulalter sofort zurückgenommen wird.
Trackback(0)
 |
Da ich nicht ein Einzelfall bin zweifle ich sehr stark an der geheuchelten Kinder- und Familenfreundlichkeit der Politiker.
weiter ähnliche Beispiele auf www.pappa.com www.vafk.de